got – dîner trinitâte,
die beslozzen hâte
sin, fürgedanc mit râte,
der jehen wir: mit drîunge
diu drî ist ein einunge,

ein got, der hôhe hêre.
sîn ie selbwesende êre
verendet niemer mêre.
der sende uns sîn lêre.
uns hânt verleitet sêre
die sinne ûf menge sünde
der fürste ûz helle abgründe,

sîn rât unde bœses fleisches gir:
die hânt geverret, her, uns dir.
sît disiu zwei dir sint ze balt
unde du der beider hâst gewalt,
sô tuo daz dînem namen ze lobe
unde hilf uns, daz wir mit dir obe
geligen unde daz dîn kraft uns gebe
sô starke stæte widerstrebe.

dâ von dîn name wirt gêret
unde ouch dîn lop gemêret;
dâ von wirt er geunêret,
der uns dâ sünde lêret

unde der uns ûf unkiusche jaget.
sîn kraft von dîner kraft verzaget;
des sî dir iemer lop gesaget
unde ouch der reinen süezen maget,
von der uns ist der sun betaget,
der ir ze kinde wol behaget.

maget unde muoter, schouwet	der kristenheite nôt!
du blüende gert Aarônes,	ûfgênder morgenrôt,
Ezechiêles porte,	diu nie wart ûf getân,
dur die der künec hêrlîche	wart ûz unde în gelân,
als diu sunne schînet	durch ganz gewürhtez glas:
alsô gebar diu reine Krist,	diu magt unde muoter was.

ein bosch, der bran,
dâ nie niht an
besenget noch verbrennet wart:
breit unde ganz
dâ beleip sîn glanz
vor fiures flamme unverschart.
daz was diu reine
magt aleine,
diu mit megtlîcher art
kindes muoter worden ist
ân aller manne mitevart,
den wâren Krist

gebar, der uns bedâhte.
wol ir, daz si den ie getruoc,
der unsern tôt ze tôde sluoc!
mit sînem bluote er ab uns twuoc
den unfuoc,
den Êven schulde uns brâhte.

Salomônes
hôhen thrônes
bistu, frouwe, ein selde hêre unde ouch gebieterinne.
balsamîte,
margarîte,
ob allen megden bist du, maget, ein magt, ein küneginne.
gotes lamme
was dîn wamme
ein palas reine, dâ er eine lac beslozzen inne.

daz lamme ist Krist,
der wârer got ist.
dâ von du bist
gehœhet unde gêret.
dem lamme ist gar
gelîch gevar
der megde schar.
nu nemt sîn war
unde kêret, swâ si’z kêret!
des bistu, frouwe, gêret.
nu bitte in, daz er uns gewer
durch dich, des unser dürfte ger.
du sende uns trôst von himel her;
des wirt dîn lop gemêret.

du maget vil unbewollen,
des Gedêônes wollen
glîchest du bevollen,
die got selbe begôz mit sîme touwe.
ein wort ob allen worten
beslôz dînr ôren porten,
daz süeze ob allen orten
dich hât gesüezet, süeze himelfrouwe.

daz ûz dem worte erwahsen sî,
daz ist von kindes sinnen vrî.
ez wuohs ze worte unde wart ein man;
dâ merket alle ein wunder an:
ein got, der ie gewesende, wart
ein man nâch menschlîcher art.
Swaz er noch wunders ie begie,
daz hât er überwundert hie.
des selben wunders hûs
was einer reinen megde klûs
wol vierzec wochen unde niht mê
âne alle sünde unde âne wê.

nu bitten wir die muoter
unde ouch der muoter barn,
si reine unde er vil guoter,
daz si uns tuon bewarn,
wan ân si kan nieman
hie noch dort genesen.
widerret daz ieman,
der muoz ein tôre wesen.

wie kunde des iemer werden rât,
der umbe sîne missetât
niht herzelîcher riuwe hât,
sît got enheine sünde lât,

die niht geriuwent z’aller stunt
hin abe unz ûf des herzen grunt?
dem wîsen ist daz allez kunt,
daz niemer sêle wirt gesunt,
diu mit der sünden swert ist wunt,
sin habe von grunde heiles funt.

nu ist uns ruowe tiure,
si sende uns got ze stiure
bî sînem minnefiure.
sîn geist, der vil gehiure,

der kan wol herten herzen geben
wâre riuwe unde reinez leben.

swâ er die riuwe gerne weiz,
dem machet er die riuwe heiz.
ein wildez herze er alsô zamt,
daz ez sich aller sünden schamt.

nu sende uns, vater unde sun,	den rehten geist her aben,
daz wir mit dîner süezen fiuhte	ein dürrez herze erlaben!
unkristenlîcher dinge ist al	diu kristenheit sô vol;
swâ kristentuom ze siechhûs lît,	dâ tuot man im niht wol.

in dürstet sêre
nâch der lêre,
als er von Rôme was gewon.
der im dâ schancte
unde in dâ trancte
als ê, dâ wurde er varnde von.

Swaz im dâ leides ie gewar,
daz kam von simonîe gar,
unde ist er dâ sô friunde bar,
daz er engetar
niht sîn schaden gerüegen.
kristentuom unde kristenheit,
der disiu zwei zesamne sneit,
gelîch lanc, gelîch breit,
liep unde leit,
der wolte ouch, daz wir trüegen

in Kriste kristenlîchez leben.
sît er uns hât ûf eine gegeben,
sô suln wir uns niht scheiden.
swelch kristen kristentuomes pfliget
an worten unde an werken niht,
der ist wol halp ein heiden.
daz ist unser meiste nôt:
daz eine ist ân daz ander tôt.
nu stiure uns got an beiden

unde gebe uns rât,
sît er uns hât
sîn hantgetât
geheizen offenbâre.
nu senfte uns, frouwe, sînen zorn,
barmherzec muoter ûz erkorn,
du frîer rôse sunder dorn,
du sunnevarwiu, klâre.

dich lobet der hôhen engel schar,
doch brâhten si dîn lop nie dar,
daz ez volendet wurde gar.

daz ez ie wurde gesungen
in stimmen oder ûz zungen
ûz allen ordenungen
ze himel unde ûf der erde!
ich mane dich, gotes werde:

wir bitten umb unser schulde dich,
daz du uns sîst genædeclich,

sô daz dîn bete erklinge
vor der barmunge urspringe.
sô hân wir den gedinge,
diu schulde werde ringe,

dâ mit wir sêre sîn beladen.
hilf uns, daz wir si abe gebaden

mit stæte wernder riuwe umbe unser missetât,
die nieman âne got unde âne dich ze gebenne hât.

