Graduiertenkolleg "Sprache, Information, Logik", LMU München [Up] [Next]

Sprache, Information, Logik

DFG-Graduiertenkolleg an der LMU München



Kurze Beschreibung

Natürliche wie formale Sprachen sind interpretierte Zeichensysteme, die auf verschiedenste Weise Information kodieren. Man gewinnt wichtige Einsichten in das Verhältnis dieser System zueinander, wenn man ein System ganz oder teilweise in ein anderes System übersetzt bzw. in diesem interpretiert. Übersetzung und Interpretation stehen somit im Zentrum von Forschungsaktivitäten im Dreieck Sprache-Information-Logik.

Die Arbeit im Rahmen des Graduiertenkollegs hat zu einer entsprechenden Fokussierung der Problematik geführt, die im Leitthema zum Ausdruck kommt. Die interdisziplinären Ressourcen des Graduiertenkollegs sollen genutzt werden, um eine logisch-mathematische wie begriffliche Tiefenanalyse der Übersetzungsproblematik vorzunehmen und für aktuelle Übersetzungsprozesse fruchtbar zu machen. Somit kann eine hinreichend interessante Phänomenologie von Übersetzungs- und Interpretationsprozessen in Theorie und Praxis erarbeitet werden.

Auf der Seite der Sprachwissenschaften steht zunächst die Übersetzung zwischen konkreten natürlichen Sprachen im Mittelpunkt. Die Gruppe Computerlinguistik erforscht aktuelle Probleme in der Maschinellen Übersetzung (insbesondere das Verhältnis von direkter Übersetzung, Transfer- und Interlingua- Übersetzung). Die Gruppe Theoretische Linguistik arbeitet an der Theorie der Maschinellen Übersetzung, indem sie das allgemeine Problem der Umkodierung von sprachlicher Information in verschiedenen natürlichsprachlichen Zeichensystemen erforscht. Eine spezifische Umkodierungs-Problematik stellt sich in der Phonetik, wo direkt oder indirekt gemessene Daten in kategoriale symbolische Beschreibungen hin- oder herkonvertiert werden.

Auf der abstrakt-begrifflichen Ebene wird der Übersetzungbegriff selbst analysiert und problematisiert: Die Gruppe Philosophie, Logik und Wissenschaftstheorie untersucht die zwei Haupttypen von Übersetzungs- und Interpretationsvorgängen: Explikation und Modellierung vs. (relative) Interpretation und Reduktion. Die Gruppe Mathematik erforscht spezifische Fragestellungen bei Übersetzungsprozessen zwischen formalen Sprachen: die Konvertierung von Beweisen in Programme sowie Übersetzungsalgorithmen von Natursprache in Logik-Formalismen unter dem spezifischen Aspekt der Generierung.

Die Gruppe Informatik wendet die Übersetzungstechniken im Bereich der Datenbankabfrage und der Programmspezifikation an, sowie bei der inkrementellen Erweiterung von Programmspezifikationen.



Kommentare an Reinhard Kahle.
[Up] [Next]